Arbeitsmarktsituation
Wer sich in Italien auf Arbeitssuche begibt, sollte bedenken, dass auf wirtschaftlicher Ebene ein starkes Gefälle zwischen dem Norden und dem Süden besteht. Dort, wo es oft am schönsten ist, sind leider nur wenige Stellen zu vergeben. Der sehr stark industrialisierte Norden erscheint mit seinen Ballungsgebieten weniger anziehend, garantiert seiner Bevölkerung aber umso mehr einen festen Arbeitsplatz. Nicht umsonst leben hier zwei Drittel der Bevölkerung Italiens.
Die Rahmenbedingungen für den Arbeitsmarkt entwickeln sich positiv. Im Jahr 2006 wuchs die Wirtschaft um 2 %, das Bruttosozialprodukt steigt. Auch die enorme Neuverschuldung ist rückläufig und wird nach Schätzungen bis Ende 2007 weniger als 3 % betragen.
Sie lag im Jahr 2006 bei 6,1 %. Im Dezember 2007 betrug sie lediglich 5,6 %. Während in Teilen des Nordens schon fast Vollbeschäftigung herrscht, werden in den landwirtschaftlich geprägten südlichen Regionen hingegen Arbeitslosenquoten von 30 % erreicht.
Als Gründe für den positiven Trend werden Lohnzurückhaltung, flexiblere Arbeitsmärkte und steuerliche Förderungen genannt. Die Kehrseite der Medaille sind niedrige Nettolöhne und ein sehr bescheidenes Lohnwachstum.
Besonders erfreulich ist die Arbeitsmarktentwicklung der letzten zehn Jahre: Die Arbeitslosenquote hat sich nahezu halbiert und geht weiterhin nach unten. [...]
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Miklós Sirokay
Italien: Leben und arbeiten in Italien
124 Seiten, DIN A5, Paperback
